3. Fachpflegetreffen für Psychiatrie im St. Antonius Krankenhaus


Zum dritten Mal trafen sich Fachpflegekräfte aus verschiedenen Einrichtungen zum Seminar im St.Antonius Krankenhaus.

Insgesamt 39 Fachpflegekräfte aus verschiedenen Krankenhäusern und Einrichtungen der Region nahmen an dem Fachpflegetreffen unter dem Motto "Psychiatrische Pflege 2.0" im St. Antonius Krankenhaus in Wissen teil.

Nach der Begrüßung durch Haus- und Pflegedirektor Mike Dörnbach sowie Chefarzt Dr. Nils Hollenborg begann Frank Voss, Pflegedienstleiter bei den "Barmherzigen Brüdern" Saffig, mit seinem Vortrag zum Thema "Verwalter oder Gestalter - Rolle und Perspektive der psychiatrischen Pflege unter sich ändernden Rahmenbedingungen.

Anschaulich beschrieb Frank Voss die Geschichte der psychiatrischen Pflege und die Entwicklung in den psychiatrischen Häusern. Grundlage für den Vergleich bildete ein "Anforderungsprofil für Krankenpfleger" aus dem Jahr 1882, die zu jener Zeit ganz selbstverständlich als "Wärter" bezeichnet wurden. In einer Zeitreise mit Illustrationen und Bildern stellet Frank Voss fragwürdige Behandlungsmethoden in der Psychiatrie zu jener Zeit dar. Heute, mehr als 100 Jahre später, steht die psychiatrische Pflege vor einer Vielzahl von Veränderungen. Deckelung von Budgets, Wegfall der PsychPV sowie die bevorstehende Einführung des PEPP Abrechnungssystems verändern Personalstrukturen.

Der zweite Vortrag folgte von Prof. Dr. Michael Löhr, tätig am Lehrstuhl für psychiatrische Pflege in Bielefeld. Sein Thema: "Das Safewards Modell - ein personenzentrierter Ansatz". Das "Safewards Modell" greift dort, wo soziale Interaktionen stattfinden und Konflikte entstehen können. Die Inhalte des "Safewards Modell" sind unter anderem das Klären gegenseitiger Erwartungen sowie eine verständnisvolle und wertschätzende Kommunikation zwischen Patient und Pflegekraft. Dabei spielt auch die Körpersprache eine wichtige Rolle. Ebenso ist gegenseitiges Kennenlernen wichtig, sodass sich Pflegeteam und Patient auf Augenhöhe begegnen können.

Im dritten Vortrag referierte Prof. Dr. Michael Schulz, ebenfalls tätig am Lehrstuhl für psychiatrische Pflege in Bielefeld, mit dem Thema "Recovery/Wiedergesundung - Psychisch gesund werden und bleiben". Prof. Dr. Schulz stellte Bücher vor, in denen Psychiatrie-Erfahrene berichten, wie eine Gesundung von Schizophrenie möglich ist. Das Recovery-Modell ist ein Konzept der psychischen Störungen und Suchterkrankungen, welches das Genesungspotential der Betroffenen hervorhebt und unterstützt. Dazu berichtete die Betroffene Dr. Angelika Filius, heute Kommunikationstrainerin und Ex-In-Genesungsbegleiterin, von ihren eigenen Erfahrungen und der Rührkehr ins Berufsleben.

Den Nachmittag bestimmten insgesamt drei angebotene Workshops den Ablauf. Zu jedem Themenschwerpunkt aus den drei voran gegangenen Vorträgen konnten die Teilnehmer mit ihren Erfahrungen Praxismodelle und Möglichkeiten für den Pflegealltag erarbeiten. Dazu konnte die themenzentrierte Kommunikation in Kleingruppen geübt werden um im Anschluss neu gewonnene Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen.

Auch im kommenden Jahr, geplant ist der 07. Juni 2016, soll das nächste und damit vierte Fachpflegetreffen für psychiatrische Pflege stattfinden.


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